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Samstag, 10. April 2010

Hanif Kureishi - Das sag ich dir

Jamal ist Psychoanalytiker und lebt in London. Sein bester Freund Henry fängt eine Beziehung mit seiner etwas seltsamen Schwester Miriam an, sein Sohn wird erwachsen, in Rückblenden erinnert er sich an einen Besuch bei seinem Vater in Pakistan, seine erste große Liebe Ajita, die er aus den Augen verloren hat, und an einen Vorfall, der vor vielen Jahren sein Leben veränderte.

Das Buch (die englische Ausgabe) hat 520 Seiten und bei solch hohen Seitenzahlen bin ich immer kritisch und frage mich, ob man das Gesagte nicht auch kürzer und in weniger Seiten genau so gut hätte erzählen können. Bei diesem Roman lautet meine Antwort auf diese Frage leider Ja.

Das Buch ist nicht schlecht geschrieben, ich fand es stellenweise sogar sehr witzig, Jamal ist eine interessante Hauptfigur, die über weite Stellen eine spannende und interessante Geschichte erzählt. Allerdings sind einige Handlungsstränge eingeflochten worden, die man sich einfach hätte sparen können, ein paar Personen und Ereignisse weniger hätten der Geschichte sicher nicht geschadet. Oftmals musste ich mich zwingen, das Buch weiterzulesen, weil das Interesse an der weiteren Handlung doch nicht so groß war, dass ich das Buch unbedingt zur Hand nehmen wollte.

Zusätzlich steht man am Ende etwas verloren da. Man hat Jamal über einige Zeit begleitet, hat einiges von seiner Vergangenheit erfahren und dann ist das Buch auf einmal zu Ende, ohne dass es ein (für mich) befriedigendes Ende gäbe. Da fühle ich mich als Leser etwas betrogen, denn warum habe ich mich durch 520 Seiten gequält, um am Ende genau so schlau zu sein, wie am Anfang?

Dass mich dieses Buch nicht überzeugen konnte liegt aber nicht nur an der zu hohen Seitenzahl. Wenn ein Buch brillant geschrieben ist, lese ich auch gerne weitaus mehr als 520 Seiten und bin am Ende auch noch traurig, dass es nun vorbei ist. "Das sag ich dir" ist für meinen Geschmack einfach nicht fesselnd genug. Einige Episoden aus Jamals Leben haben mich interessiert, andere wiederum nicht, daher gibt es von mir mittelmäßige 3 Sterne

Donnerstag, 1. April 2010

März 2010

John Meaney - Tristopolis 2,5/5
Das Buch konnte mich nicht so richtig überzeugen, obwohl ich hauptsächlich positive Meinungen dazu gehört hatte. Es steckt viel Potential in der Geschichte, wird aber letzten Endes nicht ausgeschöpft.

OliverPlaschka - Die Magier von Montparnasse 4,5/5
Das Buch und die Leserunde mit Autor haben sehr viel Spaß gemacht! Endlich mal wieder ein gutes Fantasybuch!

Kerstin Gier - Rubinrot 4/5
Ein sehr schönes Jugendbuch, das unnötigerweise in England spielt und einfach mitten in der Geschichte aufhört. Ich mochte das Buch, finde es aber unverschämt, eine zusammenhängende Geschichte auf 3 Bücher aufzuteilen, um möglichst viel Geld damit zu verdienen.

Joseph O'Connor - Yeats is Dead 4/5
Ein etwas verwirrendes, und sehr skurriles Buch, das 15 irische Autoren zusammen geschrieben haben.

David Nicholls - One Day 5/5
Mein Buchtipp des Monats! Sehr schönes Buch, das sehr nah am wirklichen Leben ist. Die zwei Hauptpersonen sind zwar nicht immer sympathisch, man fühlt aber trotzdem immer mit ihnen.

Jon Krakauer - Into the Wild 3/5
Die interessante Lebensgeschichte eines jungen Mannes, der sein ganzes Geld weggegeben hat und seine komplette Familie und Freunde hinter sich gelassen hat, um in der Wildnis zu leben.

William Shakespeare - Sonnets 4/5
Shakespeares Sonette sind etwas, was man immer wieder lesen kann. Dies war nur der erste Durchgang, aber ich bin mir sicher, dass ich beim nächsten Mal wieder viel neues entdecken kann und die Sonette wieder mit Begeisterung lesen werde (dann vielleicht in einer kommentierten Ausgabe, um noch mehr zu verstehen)

Yasmina Khadra - Die Schuld des Tages an die Nacht 3/5
Teilweise ein interessantes Buch über eine Kindheit/Jugend in Algerien, teilweise leider eine seichte, nichtssagende Liebesgeschichte

Leih mir deine Flügel, weißer Kranich - Drei Frauen aus Tibet erzählen 4/5
Faszinierende Lebensberichte dreier tibetischer Frauen. Definitiv lesenswert!

Francesco Petrarca - Liebesgedichte an Laura 2/5
Möglicherweise lag es einfach an der Übersetzung, die den Gedichten jeglichen Rhythmus und jede Melodie genommen hat, aber ich bin mit diesen Liebesgedichten einfach nicht warm geworden.

Und dann habe ich noch 2 Pokerbücher gelesen, die mir mein Freund geliehen hat:
Jan Meinert - Die Poker-Uni 3,5/5
Collin Moshman - Sit'n Go - Die Expertenstrategie 3/5