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Mittwoch, 8. August 2007

Julio Cortázar - Der Verfolger

In seiner Erzählung „Der Verfolger“ gewährt uns Julio Cortázar einen kleinen Einblick in das Leben des fiktiven Jazzmusikers Johnny Carter. Der Klappentext gibt Aufschluss darüber, dass eigentlich die Geschichte des realen Musikers Charlie Parker erzählt wird.

Bruno, der Ich-Erzähler und außerdem Biograf und Freund des Musikers, erzählt von Gesprächen und Erlebnissen mit Johnny. Dabei legt er keinen Wert auf Vollständigkeit, uns ist nur ein kleiner Blick ins Leben des Ausnahmemusikers gewährt, der auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn wandelt.

Johnny's Gedanken über das Leben, nicht selten dem Drogen- oder Alkoholrausch entsprungen, stehen im Vordergrund dieser Geschichte.

Da ich Charlie Parker nicht kenne, keine Ahnung von Jazz habe und auch noch kein Buch von Cortázar gelesen hatte, bin ich ganz unvoreingenommen und ohne Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Ich fühlte mich gut von dem leicht verrückten Johnny unterhalten und fand auch seine Gedanken zum Großteil sehr interessant. Richtig mitgerissen oder beschäftigt hat mich das Buch allerdings nicht, dafür war es mit seinen nur 95 Seiten viel zu schnell gelesen.
3 Sterne

Sonntag, 24. Juni 2007

Hélène Guétary - Cosmos Welt

Inhalt:
Pearl lebt im New York des 21. Jahrhunderts, in unserer Zeit oder vielleicht einige Jahre in der Zukunft. Schwärme von merkwürdigen Fliegen befallen die Großstädte und die Menschen hören auf zu träumen. In einem Vortrag des Traumforschers Twain erfährt sie, dass es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Dingen gibt. Und sie lernt Cosmo kennen, den jungen Mann mit den ungewöhnlichen Augen, und verleibt sich in ihn. Doch schon bald kommen Zweifel auf, Cosmo hat ein Geheimnis. Pearl folgt ihm und gelangt nach Terra Somnia, das Land der Träume, wo Nora, die Königin des Alptraums, versucht, die Macht an sich zu reißen....

Meine Meinung:
Das Buch ist irgendetwas zwischen Fantasy und Märchen, doch für Kinder auf keinen Fall geeignet. Ziemlich wahrscheinlich ist auch irgendwo versteckte Kritik an unserer Gesellschaft enthalten, darüber habe ich mir aber keine weiteren Gedanken gemacht.

Die Geschichte wird sehr liebevoll und mit viel Phantasie erzählt. Vor allem die zärtliche, unschuldige Liebesgeschichte zwischen Pearl und Cosmo hat es mir angetan. In einem Zeitalter in dem es keine Träume mehr gibt, finden diese beiden zusammen und verlieben sich, doch sie müssen erst einige Abenteuer bestehen, bevor sie zusammen sein können. Aber ganz ehrlich gesagt ist das alles schon etwas kitschig.

Terra Somnia steckt, als Pearl und Cosmo ankommen gerade in der Krise, die Königin des Traums lebt im Exil, deshalb wird in diesem Buch hauptsächlich das Böse beschrieben. Die boshafte Königin Nera und ihre beiden Handlanger Schadenfreud und Sosias sind interessante Figuren. Sie planen so allerlei Schauerliches und wollen die Menschheit in den ultimativen Alptraum stürzen. Ich muss allerdings sagen, dass es mir manchmal zu viel der Grausamkeit war. Ich bin sehr empfindlich und störe mich an Folter und Verstümmelung, was teilweise sehr ausführlich und erschreckend beschrieben ist und aus der restlichen, harmonischen Erzählung ziemlich heraussticht.

Teilweise war es für mich etwas schwieirig, mir Terra Somnia vorzustellen. Normalerweise mangelt es mir nicht an Phantasie, doch hier haben mir einige grundlegende Informationen gefehlt, wie diese Welt denn funktioniert. Im Buch selbst ist z.B. eine blassrosa Landkarte enthalten, auf der man allerdings kaum etwas erkennen kann und auch die Namen sind nicht lesbar.
Die Charaktere waren etwas flach und eindimensional, alle waren von Anfang an gut oder böse, da gibt es keine Überraschungen. Alles ist entweder schwarz oder weiß. Was ja nicht unbedingt etwas negatives in einem Fantasyroman sein muss.

Ich muss auch noch etwas zur Übersetzung bzw. dem Buch an sich sagen. Mehr als einmal bin ich über Druck- bzw. Rechtschreibfehler gestolpert. Da mir so etwas normalerweise eher selten auffällt, gehe ich davon aus, dass in diesem Buch überdurchschnittlich viele enthalten sind. Und die Übersetzung ist an manchen Stellen mehr als unglücklich. Der Märzhase aus Alice im Wunderland wird zum Hasen vom Mars und manchmal standen da Worte, die ich beim besten Willen nicht als deutsch erkennen konnte. Natürlich finde ich die Stellen jetzt nicht mehr.

Ich weiß wirklich nicht, wie ich das Buch jetzt bewerten soll. Wärehnd dem Lesen war es ganz nett, eine Geschichte für zwischendurch, aber je mehr ich jetzt darüber nachdenke, desto schlechter war es eigentlich. Ich denke ich gebe 2 Sterne

Sonntag, 17. Juni 2007

Sarah Weeks - So B. It

Inhalt:
Heidi's Mama kennt nur 23 Wörter. Nach langem Üben kann sie Dosen öffnen, aber sie wird nie lernen, ihre Schuhe selbst zuzubinden. Für die zwölfjährige Heidi ist das alles ganz normal. Sie wohnt mit ihrer geistig behinderten Mama und der Nachbarin Bernadette zusammen, die unter Agoraphobie leidet. Eines Tages will Heidi wissen, wo sie herkommt, wer ihr Vater ist, ob sie noch mehr Verwandte hat und was ihre Mutter mit "So be it" und dem geheimnisvollen Wort "Soof" meint. Sie macht sich allein auf die Reise, um das Rätsel ihrer Herkunf zu lösen...

Meine Meinung:
Das Buch ist etwas ganz besonderes. Es ist sehr gefühlvoll geschrieben und lässt einen nicht mehr los. Ich habe es an einem Tag durchgelesen und war sofort ganz in Heidi's Welt abgetaucht. Man kann sich sehr gut in die kleine Heidi hineinversetzen, die bisher nicht viel von der Welt gesehen hat und trotzdem alles wissen will. Das Buch macht traurig und nachdenklich. Das ernste Thema der Behinderung wird gut behandelt und nicht obeflächlich abgetan oder ins lustige verzerrt.
Ich kann das Buch sowohl für Kinder/Jugendliche, wie auch für Erwachsene empfehlen.
5 Sterne

Dienstag, 22. Mai 2007

Tony Hawks – Mit dem Kühlschrank durch Irland

Inhalt: Tony wacht nach einer durchzechten Nacht auf und hat mit einem Freund gewettet, dass er in 4 Wochen mit einem Kühlschrank durch Irland trampt. Niemand erwartet, dass er das wirklich tut, aber Tony schmiedet Pläne und steht kurz darauf mit seinem Kühlschrank am Straßenrand. Ein Radiosender erfährt davon und unterstützt ihn und so sind der verrückte Engländer und sein Kühlschrank bald in ganz Irland berühmt.

Meine Meinung: Tony Hawks erzählt mit viel Humor seine Geschichte. Schon alleine die Idee selbst ist so verrückt, dass sie einfach immer wieder lustig ist. Tony stolpert mit seinem Kühlschrank in eine ganze Menge komischer Situationen und erntet so manchen komischen Blick. Doch er wird mit viel Humor und Gastfreundschaft überall aufgenommen und findet viele Freunde in ganz Irland. Manche Episoden sind kaum zu glauben (ein Kühlschrank auf einem Surfbrett?)! Eines kehrt allerdings immer wieder – Mr. Hawks geht, mit oder ohne Kühlschrank, in ein Pub und betrinkt sich. Das wird mit der Zeit etwas langweilig und ich hätte statt dessen gernen mehr über Land und Leute gelesen. Aber es ist nun mal eine wahre Geschichte und deshalb wird auch nur erzählt, was wirklich passiert ist.
Allgemein hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Man erhält ein sehr positives Bild von Irland und den Iren, die anscheinend ein sehr humorvolles und gastfreundliches Volk sind. Stellenweise wird es etwas langweilig, aber so insgesamt macht es Lust darauf, selbst nach Irland zu reisen und sich mit dem Kühlschrank an den Straßenrand zu stellen, oder etwas ähnlich verrücktes zu tun!

4 Sterne

Sonntag, 8. April 2007

Haruki Murakami - Wilde Schafsjagd

Inhalt: Ein namenloser, antriebsloser, orientierungsloser Ich-Erzähler sucht mit seiner namenlosen Freundin mit den magischen Ohren nach einem geheimnisvollen Schaf... Mehr gibt es von der Handlung eigentlich nicht zu sagen

Meine Meinung: Mein erster Murakami und ich war sehr gespannt. Erwartet habe ich eine skurrile Handlung, und vielleicht einige Einblicke in die Japanische Kultur, doch leider ist das Buch nur eine durchschnittliche Geschichte in der manche Zufälle mit übersinnlichen Dingen erklärt werden.Außerdem könnte die Geschichte in jedem Land stattfinden, über Japan habe ich leider nichts neues erfahren.

Die Namenlosigkeit der Figuren mag irgendeine tiefere Bedeutung haben, die mir entgangen ist, ich fand sie nur nervig. Man kann keinen Bezug zu den Figuren entwickeln, sie bleiben austauschbare Durchschnittsmenschen. Das ist vielleicht bezweckt, gefällt mir aber nicht.
Das Buch lässt viel Raum für Interpretationen, für was z.B. dieses geheimnisvolle Schaf stehen soll, aber mir war das ehrlich gesagt egal, da mir der Roman einfach keinen Spaß gemacht hat und ich nicht einen Gedanken zu viel daran verschwenden wollte.
2 Sterne