Mittwoch, 11. Mai 2011

Carlos Ruiz Zafón - Marina


Durch eine mysteriöse Begebenheit mit einer versehentlich gestohlenen Uhr lernen Óscar und Marina sich kennen. Schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine ganz besondere Freundschaft und gemeinsam kommen sie einer unglaublichen Geschichte auf die Spur.  Als sie einer schwarzgekleideten Frau auf ihrem Nachhauseweg vom Friedhof verfolgen, tauchen sie ein in das dunkle, geheimnisvolle Barcelona der Vergangenheit.

Das Geheimnis, das Óscar und Marina hauptsächlich in Gesprächen mit Personen, die darin verwickelt sind, aufklären, hat es wirklich in sich. Teilweise fühlte ich mich in einen mittelmäßigen Horror-Roman versetzt, wenn da auf einmal Marionetten zum Leben erwachen und die Protagonisten verfolgen. Dieses übersinnliche Horror-Element hat mich zu Beginn des Buches sehr gestört, da ich einfach nicht erwartet hatte, so etwas in diesem Roman zu finden.

Außerdem hat mich die Art der Erzählung nicht komplett überzeugt. Wie schon erwähnt, gehen Óscar und Marina hauptsächlich von Person zu Person und lassen sich deren Geschichte erzählen. Jede Person gibt einen Hinweis auf die nächste und so verfolgen die beiden immer weiter diese geheimnisvolle Spur quer durch Barcelona. Ich habe es als etwas eintönig gefunden, dass Óscar und Marina selbst eher wenig erleben und alles nur in Rückblenden und Erzählungen erfahren.

Am Ende fügt sich alles zu einer plausiblen Geschichte zusammen, auch wenn ich die ganze Zeit dieses Geheimnis viel uninteressanter fand, als die Geschichte von Óscar und Marina selbst. Die beiden und ihre Beziehung zueinander nehmen über weite Teile des Romans eine viel zu kleine Rolle ein, erst am Ende darf sich auch ihre persönliche Geschichte entfalten.

Insgesamt war ich etwas enttäuscht von diesem Buch, da ich mir von Carlos Ruiz Zafón nach dem grandiosen Schatten des Windes einfach mehr erwartet hätte. Unterhaltsam und angenehm zu lesen war Marina aber in weiten Teilen trotzdem.