Montag, 31. Januar 2011

Der Amazon Kindle - Erste Eindrücke

Ich mag Bücher wirklich gerne. Und ich spreche hier von echten Büchern, bei denen man echte Seiten in der Hand hält und die man sich nach dem Lesen ins Regal stellen kann. Und trotzdem habe ich mir einen E-Book-Reader gekauft.

Schon lange wollte ich ein solches Gerät haben, bisher scheiterte das immer an den horrenden Preisen. Die günstigeren Geräte, die ich in diversen Buchläden in der Hand hielt, fühlten sich auch billig und schlecht verarbeitet an, die teureren Geräte kann ich mir einfach nicht leisten. Als ich dann den Kindle von Amazon entdeckt habe (in der billigsten Version 139 Dollar), war ich zwar zuerst skeptisch, weil das Gerät nicht in Deutschland verkauft wird, sondern nur aus den USA importiert, habe dann aber doch zugegriffen.

Natürlich ist meine Enscheidung Anfang Dezember gefallen, so dass ich - vermutlich wegen der gestiegenen Nachfrage in der Vorweihnachtszeit - noch eine lange Wartezeit in Kauf nehmen musste. Seit Anfang Januar ist das gute Stück jetzt allerdings in meinem Besitz und ich bin sehr zufrieden damit. Hier erst mal zwei Fotos:



Die hübsche rote Lederhülle hat mir mein Freund zu Weihnachten geschenkt und meine Ungeduld wurde fast unerträglich, als ich die Hülle schon lange vor dem Gerät in den Händen hielt.

Einen Nachteil hat der Kindle allerdings: Er unterstützt das in Deutschland gängige E-Book-Format epub nicht. Das ist zwar eigentlich kein Problem, da man mit dem kostenlosen Programm Calibre epub-Dateien, sowie pdf-Dokumente und einiges mehr in das Kindle-Format umwandeln kann. Allerdings haben die meisten in Deutschland verkauften E-Books einen Kopierschutz, der eine Umwandlung ins Kindle-Format unmöglich macht. Mit diesem Thema habe ich mich allerdings nicht näher auseinandergesetzt, da ich mit dem Reader hauptsächlich gemeinfreie Klassiker lesen möchte, oder alles, was man sonst noch kostenlos bekommen kann. Ich finde es nämlich nicht vertretbar, für eine Datei den Preis eines Hardcover-Buches zu zahlen. Für das viele Geld nehme ich dann nach wie vor lieber das echte Buch.

Der Kindle-Shop von Amazon bietet viele gemeinfreie Klassiker auch direkt kostenlos zum Download an, was ich sehr praktsich finde. Es ist zwar kein großer Umstand, in meiner Wohnung zum Laptop zu gehen, die Datei dort herunterzuladen und dann auf den Reader zu übertragen, aber ich finde es trotzdem praktisch, die Datei direkt auf den Reader laden zu können. Englische E-Books sind im Kindle-Shop außerdem oft deutlich günstiger als die Print-Ausgabe, da werde ich in Zukunft vielleicht mal überlegen, ob ich mir einige Bücher nicht doch auch als E-Book kaufe.

Das Lesegefühl ist natürlich ganz anders als in einem echten Buch, für unterwegs ist der Reader aber sehr praktisch. In Standard-Schriftgröße wird auf einer Seite nicht so viel angezeigt, wie auf einer echten Buchseite, so dass man auch unterwegs schnell mal eine Seite lesen kann. Außerdem entfällt das Lesezeichen und die Gefahr, dem Buch beim schnellen Einpacken Eselsohren zuzufügen. Mein Arbeitsweg dauert mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht sehr lange, aber den Reader packe ich trotzdem gerne aus und lese ein bisschen. Das Gerät merkt sich bei jedem gespeicherten E-Book die Seite, die ich zuletzt aufgeschlagen habe und ich muss nicht mehr täglich ein schweres Buch in der Handtasche herumtragen.

Es lässt sich auf dem Display sehr angenehm lesen, ich habe sogar das Gefühl, dass meine Augen beim Lesen auf dem Kindle weniger schnell müde werden, als wenn ich ein normales Buch lese. Der Umblätter-Vorgang stört mich überhaupt nicht, da ich auch echte Papierseiten nicht in unter einer Sekunde umblättern kann.

Sehr praktisch finde ich auch die kleine Tastatur, mit der man sich Notizen zu bestimmten Stellen im Buch machen kann. Auch ein Wörterbuch ist enthalten, das einem sofort eine Erklärung für ein markiertes Wort im Text liefern kann. Standardmäßig ist ein Englisches Wörterbuch enthalten, man kann aber sicherlich auch andere Sprachen aufspielen.

Bei Fragen stehe ich natürlich gern zur Verfügung und demnächst gibt es noch einen zweiten Beitrag  zu dem Gerät, in dem ich noch ein bisschen genauer auf die einzelnen Funktionen eingehen werde.

Sonntag, 30. Januar 2011

Der Januar in Büchern

Neu auf dem SuB:
Da ich mir für 2011 ein Buchkauf-Verbot auferlegt habe, halten sich die Neuzugänge eher in Grenzen. Geschenkte Bücher, Rezensionsexemplare und ein Buchkauf pro Monat für Leserunden/Lesekreis sind von meinem Verbot ausgenommen.
Nur zwei Bücher sind erst mal auf dem SuB gelandet:
Ann Charters - The Portable Beat Reader (Geschenk)
Alexander Felden - Rabenschwarz (Ausnahme)
Rabenschwarz lese ich allerdings akutell in einer Leserunde mit dem Autor auf leserunden.de.

Neu im Januar und schon gelesen:
Atiq Rahimi - Stein der Geduld
Afghanistan interessiert mich als Schauplatz grundsätzlich und bei Atiq Rahimi wusste ich schon, was mich erwartet, da ich seine beiden ersten Romane gern gelesen habe. Stein der Geduld erzählt die Geschichte einer Frau, die ihren Mann pflegt, der im Koma liegt. Erst in dieser Situation traut sie sich, ehrlich zu ihm zu sein und schüttet ihm ihr Herz aus. 

Ein Jugendbuch, das mich einfach nicht überzeugen konnte. Zu kindlich und geradlinig, von der nervigen Hauptperson ganz zu schweigen.

Vom SuB gelesen:
H. G. Wells - Die Zeitmaschine
Ein Buch, das eigentlich meinem Freund gehört. Wir haben es uns gegenseitig vorgelesen und waren beide sehr angetan. Die Geschichte ist wirklich spannend und es stecken viele interessante Gedanken darin, die trotz des Alters des Buches nicht an Aktualität verloren haben. Gestört hat mich, dass die Geschichte nach dem eigentlichen Ende durch ein zusätzliches Kapitel künstlich in die Länge gezogen wurde.

Bernd Perplies - Für die Krone (Magierdämmerung 1)
Ein gelungener Auftakt der Magierdämmerung-Trilogie. Interessante Charaktere, London als Schauplatz und viel Magie und eine geheimnisvolle Stimmung machen das Buch zu etwas besonderem. Es geht etwas langsam und schleppend los, was für den ersten Band einer Trilogie sicher nicht ungewöhnlich ist. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Teil, der im Februar erscheint.

Henrik Ibsen - Gespenster
Henrik Ibsen - Wenn wir Toten erwachen
Zwei Stücke von Ibsen, die mir zwar gefallen haben, mich allerdings nicht so sehr überzeugen konnten wie "Nora", das ich letzten Monat mit Begeisterung gelesen habe.

Jonathan Tropper - Sieben verdammt lange Tage
Eine Familiengeschichte, bei der ich Tiefgang und Ernsthaftigkeit vermisst habe und dafür umso mehr Sex-Szenen vorgesetzt bekam.

John Irving - Das Hotel New Hampshire
Mein erster Irving. Am Anfang war ich wegen der Dicke des Buches etwas skeptisch, da mir dünne Bücher meistens einfach mehr liegen.Allerdings war ich schnell gefesselt von dieser skurrilen Familie und ihren Hotels. Lediglich im Mittelteil musste ich mich zwingen, bei der Stange zu bleiben. Gegen Ende wurde es dann zum Glück wieder besser. Ich werde sicherlich noch mehr Bücher von John Irving lesen, auch wenn die wohl alle so dick sind...

F. Scott Fitzgerald - Tender is the Night
Und mal wieder ein Klassiker, zu dem ich den Zugang nicht so richtig gefunden habe. Eigentlich dachte ich nach "Der große Gatsby", dass mir Fitzgeralds Art zu schreiben liegen würde, hier hat er mich vom Gegenteil überzeugt. Vielleicht war ich auch einfach nicht in der richtigen Stimmung für das Buch.  

Donnerstag, 27. Januar 2011

F. Scott Fitzgerald - Tender is the Night

deutscher Titel: Zärtlich ist die Nacht


Dick und Nicole Diver sind auf den ersten Blick wohl ein ganz normales Paar. Doch wer genauer hinsieht, kann erkennen, dass Nicole psychische Probleme hat und sich Dicks Umgang mit Alkohol langsam zur Abhängigkeit entwickelt. Auch als Leser erfährt man diese Dinge erst nach und nach, da der erste Teil des Buches aus der Sicht der jungen Schauspielerin Rosemary erzählt wird, die das Paar bei ihrem Urlaub kennenlernt und etwas Zeit mit ihnen verbringt. Im zweiten Teil des Buches erfährt man dann viel aus der Vergangenheit, lernt Dick und Nicole besser einzuschätzen und kann Ereignisse auch aus ihren Augen miterleben.

Das hört sich nicht so wahnsinnig spannend an? War es auch nicht. Angeblich ist einiges am Buch autobiografisch, Fitzgeralds Frau Zelda hatte auch psychische Probleme und er sah sich wohl in der Rolle des Dick Diver. Da ich aber über die Biografie Fitzgeralds nicht so viel weiß, konnte ich eigentlich keine Parallelen ziehen. Ich hatte das Gefühl, ein wahllos ausgesuchtes Ehepaar detailgenau bei ihrem alltäglichen Leben zu begleiten. Jeder Mensch hat wohl seine Probleme, aber bei den wenigsten lohnt es sich, ein ganzes Buch darüber zu schreiben. Zumal auch viele uninteressante Details und Episoden, die später keine Rolle mehr spielen, großen Raum im Buch eingenommenm haben.  Die Divers haben viele Freunde, die man auch alle mit Namen kennenlernt und die dann nach 100 Seiten wie aus dem Nichts wieder auftauchen. So viele verschiedene uninteressante Personen konnte ich mir trotz gutem Gedächtnis einfach nicht merken.

Außerdem muss ich sagen, dass diese ganze 20er Jahre Stimmung, die mir am großen Gatsby so gut gefallen hat, diesmal einfach nicht rübergekommen ist. Bis auf einige wenige Details könnte die Geschichte auch in einer anderen Zeit spielen, was ich sehr schade fand. Denn bei "Der große Gatsby" hat mir auch nicht unbedingt die Geschichte gefallen, die das Buch erzählt, sondern die Stimmung, die Fitzgerald darin erschaffen hat.

Eine Kleinigkeit, die ich etwas unlogisch fand: Nicole und Dick haben zwei Kinder! Das erfährt man erst recht spät und die Kinder werden am Anfang auch so gut wie nie erwähnt. Das Paar verschwindet oft mal spontan auf Reisen, dass die Kinder dabei wären, hört man eigentlich nie. Entweder hat der Autor zwischendurch vergessen, dass seine Protagonisten Eltern sind, oder diese armen Geschöpfe wachsen bei einem Kindermädchen auf.

Insgesamt fand ich die Geschichte eher uninteressant und bin froh, dass ich das Buch jetzt hinter mich gebracht habe.


Da ich dieses Buch im englischsprachigen Original gelesen habe, kann ich den Januar für die I'm in... English Challenge abhaken und im Februar wieder voll durchstarten.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Ich lese gerade...

Zum einen lese ich gerade Der Kristallpalast von Oliver Plaschka, Alexander Flory und Matthias Mösch.


Klappentext: London, Frühjahr 1851: Als am Vorabend der ersten Weltausstellung ein Mitglied der königlichen Kommission auf mysteriöse Weise ermordet wird, ahnt Miss Niobe noch nicht, dass dieser Fall ihre Welt für immer verändern soll.
Im Besitz des Toten befand sich ein Artefakt, das ein Mysterium birgt, das bis weit in die Vergangenheit des fernen Indiens reicht. Feindliche Agenten und eine rätselhafte Loge streben danach, es in ihren Besitz zu bringen und seine fantastischen Kräfte zu entfesseln.
In einem Wettlauf gegen die Zeit trifft Niobe auf zwei ebenbürtige Gegner: den niederländischen Spezialisten Frans, der im Dienste finsterer Mächte steht, und Captain Royle, der für eine ultrageheime Sektion der britischen Armee arbeitet. Jeder von ihnen verfügt über besondere Gaben und Waffen; bald aber müssen sie erkennen, dass sie aufeinander angewiesen sind, wenn sie in diesem tödlichen Spiel bestehen und die Wahrheit über das Artefakt und sich selbst herausfinden wollen.
Alle Spuren führen zum Kristallpalast, dem prunkvollen Bauwerk aus Eisen und Glas, in dem in wenigen Tagen die Königin, ihr Hofstaat und Besucher aus aller Herren Länder zusammenkommen wollen ...

Die anderen beiden Bücher von Oliver Plaschka haben mir sehr gut gefallen, also stand dieses ganz automatisch auf meiner Wunschliste. Oliver Plaschka begleitet aktuell eine Leserunde auf leserunden.de, an der ich teilnehme. Es macht wie immer sehr viel Spaß und man bekommt einiges an Hintergrundinfos und Einblicke in das Leben eines Autors. Das Buch beginnt recht geheimnisvoll und auf die Auflösung dieser ganzen Rätsel und Geheimnisse wird man sicher bis ganz zum Ende warten müssen.
Hier  gibt es auch eine Leseprobe, für alle, die sich noch nicht sicher sind, ob sie das Buch auch wirklich lesen wollen.

Mit meinem Zweitbuch bin ich eher in Richtung Klassiker unterwegs. Nachdem mir Der große Gatsby so gut gefallen hat, wollte ich es noch mit einem weiteren Buch von F. Scott Fitzgerald versuchen. Da fiel mir Tender is the Night (deutscher Titel: Zärtlich ist die Nacht) in die Hände. Da es das erste englischsprachige Buch dieses Jahr ist, möchte ich es auch für die I'm in... English Challenge verwenden. Dazu muss ich es aber noch diesen Monat beenden. Bisher gefällt es mir nicht so gut, ich bin bei der Hälfte und langweile mich ein bisschen. So viel nur dazu, eine Rezi wird folgen.

Montag, 24. Januar 2011

Jonathan Tropper - Sieben verdammt lange Tage


Judd wurde von seiner Frau betrogen, hat seinen Job verloren und sein Vater ist tot. Zu allem Überfluss war der letzte Wunsch des Vaters, dass die ganze Familie zusammen Schiwa sitzt und somit 7 Tage unter einem Dach verbringen muss. Da gibt es also nicht nur Judd, sondern eine sehr offenherzige Mutter, verkorkste Geschwister mit Partner und Kindern und zahllose ehemalige Bekanntschaften.

Am Anfang las sich dieses Durcheinander aus vielen Personen, die alle ihre ganz eigenen Macken haben, noch ganz amüsant. Da Judd als Ich-Erzähler fungiert, erfährt man natürlich hauptsächlich seine eigene Geschichte und auch teilweise seine Vergangenheit, aber er hat auch über alle anderen Personen genug zu erzählen, so dass es niemals langweilig wird und es auch immer wieder den ein oder anderen Lacher gibt.
Allerdings fällt hauptsächlich in der ersten Hälfte des Buches die häufige Erwähnung von Sex ins Auge. Fast auf jeder Seite gibt es anzügliche Gedanken, Träume und manchmal geht es auch direkt zur Sache. Das war mir oftmals etwas zu viel, da es in diesem Buch wirklich genug andere Themen gibt, die man häufiger hätte ansprechen können.

Im Gegensatz zum Thema Sex kommen andere Dinge nämlich etwas zu kurz. Die Trauer um den Vater wird kaum einmal erwähnt. Andere Aspekte der Vater-Sohn-Beziehung werden nur kurz angeschnitten aber nie wirklich erklärt oder ausgeführt. So ist es eigentlich mit den meisten Problemen in diesem Buch. Alles wird schnell eingeführt und oberflächlich wieder abgehandelt. Tiefgang wird man hier meistens vergeblich suchen, auch wenn es wirklich gelungene, feinfühlige Szenen gibt.

Teilweise fühlte ich mich an einen kitschigen Hollywood-Film erinnert und vieles hat man in solchen Filmen auch so oder so ähnlich schon einmal gesehen. Als Film würde sich das Buch wahrscheinlich fast besser machen, denn ein Film, der einen gut unterhalten hat, der einem aber nach 2 Stunden nicht mehr als das geboten hat, wird man positiver in Erinnerung behalten, als ein Buch, das nach über 400 Seiten nicht mehr zu bieten hatte, als etwas seichte Unterhaltung und viele Sex-Szenen.

, weil "Sieben verdammt lange Tage" schnell und locker zu lesen ist und einen auch in gewissem Maße gut unterhält und fesselt, wenn man nicht zu viel erwartet.

Sonntag, 23. Januar 2011

Gute Vorsätze

Mein Blog existiert nun schon mehrere Jahre, die ältesten Posts sind von 2007. Allerdings habe ich immer nur ein paar Rezis veröffentlicht und sonst nicht viel geschrieben. Das soll sich jetzt ändern. Ich würde gerne etwas mehr über die Bücher, die ich lese, kaufe, mir wünsche... hier schreiben. Diese Vorsätze hatte ich schon öfter, vielleicht klappt es dieses mal auch wirklich. Zumindest habe ich mich bei zwei Challenges angemeldet (nachzulesen auf der Challenge-Seite), wenigstens dazu sollte ich hier regelmäßig was schreiben und meine Rezensionen zeitnah veröffentlichen.

Vor zwei Wochen habe ich mir einen Kindle angeschafft und auch von meinen Erfahrungen mit dem Gerät und den Vor- und Nachteilen gegenüber einem richtigen Buch möchte ich demnächst ein bisschen mehr erzählen.

Am Design wird sich in den nächsten Tagen vielleicht auch noch etwas ändern, ganz zufrieden bin ich damit nämlich nicht. Also nicht wundern, wenn es hier auf einmal etwas anders aussieht.

Freitag, 14. Januar 2011

Anne Plichota/Cendrine Wolf - Oksa Pollock. Die Unverhoffte


Völlig überraschend zieht Oksa mit ihrer Familie und der Familie ihres besten Freundes von London nach Paris. Bald schon findet sie heraus, dass ihre Familie aus einer fremden Welt stammt und sie selbst magische Fähigkeiten hat.

Ich gehöre zwar nicht zur Zielgruppe, lese allerdings öfter mal Jugendfantasy und kann das Buch so ganz gut einordnen. Für mich war es in vielen Teilen sehr kindlich, die Handlung verläuft geradlinig, für jedes Problem gibt es sofort eine Lösung in Form einer magischen Pflanze oder einer gerade erlernten Fähigkeit. Es wirkt so, als hätten die Autorinnen Oksa immer wieder in verzwickte Situationen manövriert und dann schnell eine neue Fähigkeit erfunden, um dieser Situation wieder zu entkommen. Diese Lösungen für Probleme wirken dann oft sehr konstruiert und nach einigen Kapiteln kann man ein Muster dahinter erkennen, wodurch das Buch schnell langweilig wird.

Die magischen Geschöpfe und Pflanzen mögen ja ganz fantasievoll sein, aber nachdem man sie drei mal alle einzeln vorgestellt bekommen hat, kennt man sie zu gut um sie noch witzig oder interessant zu finden. Auch die endlosen Streitigkeiten und Dialoge der magischen Geschöpfe fand ich einfach nur langweilig. Das Buch bietet zwar viele Informationen über diese fremde Welt, die durchaus interessant sein könnte, aber die eigentliche Handlung geht nur sehr schleppend voran. Spannung kommt nur selten und in geringem Maße auf.

Das Buch ist also, wie schon gesagt, sehr kindlich, andererseits kommen sehr viele schlimme Situationen, viel Gewalt und Grausamkeit vor, die ich für ein Jugendbuch etwas übertrieben finde. Gerade am Ende hat mich diese Grausamkeit sehr gestört. Außerdem geht am Ende alles sehr schnell und es ist mir zu offen, ich hätte mir für diesen Teil einen geschlosseneren Schluss gewünscht. Es werden ständig neue Fragen aufgeworfen, doch am Ende werden diese nicht beantwortet. Man wird ratlos und enttäuscht zurückgelassen und muss nun sicher endlos auf das nächste Buch warten. Dann aber ohne mich, ich habe mit Oksa abgeschlossen und gebe nur .

Sonntag, 2. Januar 2011

Dezember 2010

Alessandro Baricco - Seta
Ganz nette Geschichte, allerdings recht kurz, so dass man kaum Zeit hat, sich einzulesen, dann ist es auch schon wieder vorbei.

William Shakespeare - The Tempest

Beeindruckendes Stück von Shakespeare,  bisher das beste, das ich gelesen habe.

José Eduardo Agualusa - Die Frauen meines Vaters 
Eine Reise durch das südliche Afrika, nach gewissen Anfangsschwierigkeiten habe ich das Buch ganz gerne in der Leserunde gelesen.

Charles Dickens - A Christmas Carol & two other Christmas Books

Zwei gelungene Weihnachtsgeschichten und eine etwas langweiligere, das gibt insgesamt trotzdem ein gutes Buch!

Henrik Ibsen - Nora

Interessantes Stück, das auch die Rolle der Frau thematisiert.

Alex Flinn - Beastly
Interessante Idee, aber mangelhafte Umsetzung. Mir ist daran einfach zu viel modernes. Die Chat-Passagen nerven und auch der Rest dreht sich zu viel um das Internet und ist unglaubwürdig.

Kerstin Gier - Smaragdgrün
Würdiger Abschluß der Trilogie, allerdings geht es am Ende etwas zu schnell, manche Sachen werden nicht aufgeklärt und einiges wird zu schnell abgehandelt.

Maggie Stiefvater - Shiver
Sehr schöne, "übersinnliche" Liebesgeschichte, viel besser als Twilight!