Donnerstag, 29. Dezember 2011

Rose Tremain - Der weite Weg nach Hause


Lev hat in seiner osteuropäischen Heimat keine Zukunft mehr. Seine Frau ist gestorben und es gibt für ihn dort keine Arbeit mehr. Also wagt er den Sprung ins kalte Wasser, fährt nach London, um dort den Lebensunterhalt für sich, seine Mutter und seine Tochter zu verdienen. Am Anfang ist es für ihn alles andere als leicht, da er die Sprache nicht gut spricht und sich auch sonst nur schwer zurecht findet. Doch langsam findet er seinen Weg und baut sich ein neues Leben auf, als eine andere Katastrophe über ihn hereinzubrechen droht.

Auch wenn Levs Geschichte sehr ruhig ist und keine spektakulären Ereignisse zu bieten hat, habe ich sie gerne gelesen. Es ist die Geschichte eines durchschnittlichen Menschen, der seine Fehler und seine Stärken hat, der all seinen Mut aufgebracht hat um in die Fremde zu gehen. Rose Tremain schafft es, dass man sich in seine Situation hineinversetzen kann, dass man mitfühlt und mit Lev leidet. Nach und nach erfährt man auch vieles aus seiner Vergangenheit. Am Anfang sind diese Rückblenden sehr häufig und man muss sich erst in der Geschichte zurecht finden, aber am Ende fügt sich alles zu einem stimmigen Bild zusammen.

Nicht nur Lev ist eine interessante Figur, auch die Personen um ihn herum sind einzigartig und toll charakterisiert. Lev bewegt sich nicht unbedingt in den besten Gegenden und seine Freunde sind Menschen, die selbst viele Probleme haben und ihren Weg erst finden müssen. Und trotzdem mochte ich sie im Laufe des Buches immer mehr und war traurig, als ich sie zurücklassen musste.

Am Ende ging mir dann alles etwas schnell, auf den letzten 50 Seiten passiert noch wahnsinnig viel, was man für meinen Geschmack auch einfach hätte offen lassen können. Andere Leser freuen sich aber vielleicht darüber, dass es für jede Figur ein abgeschlossenes Ende gibt, ich habe da lieber etwas Spielraum für meine eigenen Gedanken.

 

Freitag, 23. Dezember 2011

Weihnachtsgrüße und Jahresendspurt - Update 2

Ihr Lieben,

ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und hoffe ihr verbringt ein schönes Weihnachtsfest mit lieben Menschen, gutem Essen, neuen Büchern und vielleicht auch ein paar Lesestunden zwischendurch! Ich freue mich auf viele tolle Leseaktionen, Challenges und Buchtipps im neuen Jahr!

Hier mal meine aktuelle Jahresendspurtliste, die nicht ganz so gut vorangeht, wie ich mir das erhofft hätte. Aber 2011 hat ja noch ein paar Tage.

1. Cornelia Funke - Tintenblut
2. Rose Tremain - Der weite Weg nach Hause(beendet - 21.12.)
3. Mario Vargas Llosa - Das böse Mädchen (beendet - 29.11.)
4. William Makepeace Thackeray - Vanity Fair (angefangen, 648/912 Seiten)
5. Martin Walser - Ehen in Philippsburg (SuB-Losverfahren)
6. Herman Melville - Moby Dick (Lesekreis bis 6.1.)
7. Pete McCarthy - McCarthy's Bar (angefangen, 80/374 Seiten)
8. Bernd Perplies - In den Abgrund (beendet - 11.12.)
9. Joseph Sheridan Le Fanu - Carmilla (beendet - 23.12.)
10. Joker

Montag, 19. Dezember 2011

Arena Blogger Workshop

Heute Morgen kam die Zusage: Ich darf beim Arena Blogger-Workshop am 14. Januar dabei sein!

Ich bin schon sehr gespannt und freue mich darauf, einige Literaturblogger im wirklichen Leben kennenzulernen. Ist von euch auch jemand dabei?


Hier mal das Programm des Workshops:

12.00 Uhr      Der Arena Verlag und sein Programm
Die Mitarbeiter der Presseabteilung stellen den Arena Verlag und sein  neues Frühjahrsprogramm vor.

13.00 Uhr      „get-together“ beim Mittagessen
Bei einem gemeinsamen Mittagessen wollen wir uns kennenlernen und uns über Blogs, Rezensionen und das Leben mit Büchern austauschen.
14.00 Uhr      Was macht eine gute Rezension aus?
Ulf Cronenberg, Gymnasiallehrer, erfahrener Rezensent und Jurymitglied beim Deutschen Jugendliteraturpreis gibt uns einen kurzen Input zum Thema und steht für Fragen zur Verfügung.

15.00 Uhr      Wie kann ich das umsetzen?
In kleinen Gruppen werden wir über die gelesenen Rezensionsexemplare diskutieren. Ausgehend von ersten Leseeindrücken und gerüstet mit den Informationen von Herrn Cronenberg soll ein grobes Gerüst für eine Rezension erstellt werden.

16.00 Uhr      Gibt es eine „richtige“ Rezension?
Im Plenum werden die Ergebnisse der Gruppen verglichen und diskutiert.

17.15 Uhr      Feedbackrunde
Nach dem Workshop gibt es natürlich einen Bericht von mir, für alle, die wegen zu großer Entfernung oder Zeitmangel nicht dabei sein können.

Falls jemand noch Bedarf hat: Ich fahre an besagtem Samstag mit dem Auto von München nach Würzburg und könnte noch jemanden mitnehmen. Auf der Rückfahrt geht das allerdings nicht, weil wir noch in Erlangen Freunde besuchen.

Àlex Rovira & Francesc Miralles - Einsteins Versprechen


Javier arbeitet als Drehbuchautor bei einem Radiosender und führt ein ruhiges, beschauliches Leben. Doch aus diesem Zustand wird er jäh herausgerissen, als er bei einer Sendung über Albert Einstein mitmacht und einen geheimnisvollen Brief erhält. Von da an läuft alles aus dem Ruder und er macht sich mit weiblicher Begleitung auf den Weg rund um die Welt.

Den beiden Autoren ist ein spannendes Buch gelungen, das man sicherlich am Stück verschlingen kann, wenn man gerade genügend Zeit hat. Durch die Mischung aus der realen Biographie Albert Einsteins und dem fiktiven Abenteuer der Protagonisten wird das Buch nie langweilig und bietet immer wieder Neues.

Doch leider finde ich, dass die Geschichte etwas mehr Raum verdient und benötigt hätte. Zwar kann ich nachvollziehen, dass Javier und seine Begleiterin immer in Eile sind, trotzdem hätte ich mir etwas weniger Hektik im Buch gewünscht. Den Protagonisten bleibt kaum Zeit die Geschehnisse zu verdauen, sie stürzen von einem beobachteten Mord in die nächste Stadt zur nächsten Verfolgungsjagd, ohne dass die jeweilige Szene besonders ausführlich beschrieben wäre. 100-200 Seiten mehr hätten nicht geschadet (und ich habe eigentlich eine Abneigung gegen dicke Bücher!), dann wäre das Buch nicht so oberflächlich und am Ende wäre bei mir mehr als ein "Oh, schon vorbei?" hängengeblieben.

Auch die Gefühle zwischen den beiden Hauptfiguren wirkt - wie so vieles andere im Roman - etwas aufgesetzt und erzwungen. Vielleicht war es den Autoren wichtig, dass jeder Leser etwas für sich im Buch finden kann. Wissenschaft, Action, Mord und jetzt auch noch Liebe. Hier wäre weniger dann mehr gewesen. Oder eben doch mehr Seiten und mehr Platz, damit diese Gefühle nachvollziehbar für mich als Leser werden.

Auch das Ende fand ich sehr albern und an den Haaren herbeigezogen. Mir war zwar schon die ganze Zeit klar, dass es keine wissenschaftliche Erkenntnis Einsteins geben kann, die bisher vor der Menschheit verborgen geblieben ist, allerdings hatte ich auch nicht mit so einem albernen Ende gerechnet. Was Albert Einstein da in den Mund gelegt wird, ist wirklich eine Frechheit und so einem Genie nicht würdig. Und dass das ganze auch noch in die Esoterik-Schiene abdriftet, ist wirklich mehr als ich ertragen konnte.

Fazit: Wer Bücher von Dan Brown mag, wird hier vielleicht auch seine Freude haben. Hätte das Buch etwas mehr Raum von seinen Autoren bekommen, hätte es auch wirklich gut sein können - vom Ende einmal abgesehen. Für solide Unterhaltung vergebe ich , auch wenn der Text sich jetzt so liest, als hätte ich das Buch ganz schrecklich gefunden.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Zum Jahresende 2011


Katrin von Saiten hat ein paar Fragen zum literarischen Jahresabschluss gestellt und da dürfen meine Antworten natürlich nicht fehlen. Das Jahr ist zwar noch nicht ganz vorbei, aber wer weiß, ob ich zwischen den Feiertagen dazu komme, nochmal intensiv über mein Lesejahr 2011 nachzudenken.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)
Bei mir gibt es immer mal wieder Bücher, von denen ich mir nicht sehr viel verspreche. Das können Geschenke sein, oder Bücher, die mir von lieben Menschen empfohlen wurden. Manchmal quäle ich mich auch durch übermäßig dicke Klassiker, weil ich es als Lese- und Bildungslücke empfinde, sie nicht zu kennen. Die Wahl fällt hier jedenfalls auf Alfred Andersch - Sansibar oder der letzte Grund. Das Buch habe ich von meinen Eltern geschenkt bekommen, weil sie es doppelt hatten. Eigentlich wollte ich es gar nicht lesen, weil mich die Thematik des 2. Weltkrieges inzwischen mehr nervt als interessiert. Aber dann habe ich es doch zur Hand genommen und konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)
Negativ überrascht haben mich dieses Jahr diese ewigen Jugendbuch-Dystopien. Als könnte man nichts anderes mehr lesen/schreiben, seit einige dieser Bücher großen Erfolg haben. Ich habe mir lange überlegt, ob ich Die Tribute von Panem überhaupt lesen soll, aber wollte dann doch wissen, was dran ist, da ich fast nur positive Meinungen gelesen hatte. Und ich muss ehrlich sagen: Nicht sehr viel. Die Geschichte ist ganz spannend und ich habe den ersten und zweiten Teil innerhalb kürzester Zeit gelesen. Aber wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, ist das Buch oberflächlich sehr brutal und provozierend, drückt sich aber doch davor, dieses Konzept bis ins letzte durchzuziehen. Ganz nette Unterhaltung war es schon, aber auch nicht mehr. Ich bin auch nicht übermäßig neugierig auf Teil 3, der ja laut der allgemeinen Meinung der schlechteste sein soll. Wer weiß, vielleicht finde ich genau den dann gut?

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?
Für die Autoren-Neuentdeckung bin ich in meiner Leseliste auf die Suche nach einem Autor gegangen, der schon länger schreibt und von dem es auch schon mehrere Bücher gibt, die ich aus unerfindlichen Gründen bisher noch nicht gelesen habe. Eine richtige Neuentdeckung war für mich nicht dabei, aber so etwas wie eine Wiederentdeckung. Nach der New-York-Trilogie habe ich lange Zeit nichts mehr von Paul Auster gelesen, aber erst kürzlich ist mir durch Im Land der letzten Dinge wieder eingefallen, wie gern ich seine Bücher mag. Zum Glück gibt es von ihm noch viel anderes zu lesen.

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?
Ohje, die Cover-Frage... Manchmal gibt es zwar wirklich tolle Cover und manchmal reizt mich auch ein hübsches Bildchen dazu, ein Buch zu kaufen, das ich allein wegen des Inhaltes nicht kaufen würde, aber meistens sind mir Cover nicht so wichtig. Dank Goodreads kann ich meine gelesenen Bücher nochmal auf ihre Cover kontrollieren, sonst wäre mir hier wirklich nichts eingefallen. Und da ich mich trotz allem nicht auf eines beschränken kann, gibt es drei:


Nancy Mitford - The Pursuit of Love & Love in a Cold Climate
Catain Dorian Florescu - Jacob beschließt zu lieben
Beate Teresa Hanika - Rotkäppchen muss weinen
 
Welches Buch wollt ihr unbedingt 2012 lesen und warum?
Da gibt es natürlich viele und ich werde demnächst auch noch separat über meine Lesepläne für 2012 schreiben. Aktuell reizt es mich natürlich sehr, die Trilogie von Patrick Rothfuss weiterzulesen. Allerdings muss ich dazu erst herausfinden, welche Ausgabe von "The Wise Man's Fear" zu meiner Ausgabe von "The Name of the Wind" passt. Wenn man den Größenangaben bei Amazon glauben kann, sind die aktuell erhältlichen Ausgaben alle größer. Aber im März erscheint ein günstigeres Taschenbuch, vielleicht ist das dann passend. So lange werde ich wohl noch warten müssen. Und warum will ich das Buch lesen? Weil ich The Name of the Wind sehr spannend fand und wissen will, wie es weitergeht.

Freitag, 9. Dezember 2011

Adaobi Tricia Nwaubani - I Do Not Come to You by Chance

deutscher Titel: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy


Auf meiner literarischen Weltreise habe ich mich vor kurzem nach Nigeria begeben und einen sehr interessanten Roman über Scammer gelesen. Jeder hat wohl schon einmal eine E-Mail bekommen, in der man in schlechtem Englisch um Hilfe gebeten wird. Man wird gebeten, bei einem Millionentransfer zu helfen und als Belohnung winkt ein dicker Anteil an eben diesem Geld. Wenn man auf dieses Angebot eingeht, muss man allerdings erst größere Beträge für den Verwaltungsaufwand ausgeben. Und ich muss wohl niemandem erklären, dass man von den versprochenen Millionen nie etwas zu sehen bekommen wird.

Dieser Roman erzählt von dem Nigerianer Kingsley, der wie seine Eltern ein Studium an der Universität abgeschlossen hat und trotz allem keine Arbeit finden kann. Jede Bewerbung wird abgewiesen, seine Freundin trennt sich von ihm und schließlich wird auch noch der Vater schwer krank. In dieser Notsituation wendet Kingsley sich an seinen reichen Onkel Cash Daddy, der sein Geld durch Betrug verdient.

Adaobi Tricia Nwaubani zeichnet hier kein sehr positives Bild von Nigeria und mehr als einmal muss man sich fragen, ob das Leben dort wirklich so schlimm sein kann. Ein Gesundheitssystem ist praktisch nicht vorhanden, selbst mit einem Universitätsabschluss kann man nicht genug Geld für seine Familie finden, Frauen können sich nicht erlauben, aus Liebe zu heiraten, sondern müssen in erster Linie auf finanzielle Absicherung schauen. Und trotzdem ist das Buch nicht in erster Linie bedrückend oder traurig. Eigentlich fand ich es sogar sehr unterhaltsam und stellenweise witzig. Nur wenn man eben über das Buch hinaus denkt und sich die Situation genauer vor Augen führt, werden einem die Schrecken richtig bewusst.

Ich habe jedenfalls viel aus diesem Buch gelernt und sehe diese E-Mail-Betrüger jetzt auch in einem anderen Licht. Natürlich ist es nach wie vor ein Verbrechen, was sie da machen, andererseits ist es für die Betrüger oft der einzige Weg, sich aus dem Elend zu retten und etwas Geld für sich und die Familie zu verdienen. Sehr schön fand ich im Buch auch, dass die reich gewordenen Betrüger ihr Geld nicht ausschließlich für sich selbst behalten, sondern ihre Verwandten und Freunde in allen Notlagen unterstützen.

Sehr interessant und lehrreich war für mich auch die Leserunde zu dem Buch, an der ich teilgenommen habe. Die Diskussionen und das Hintergrundwissen einer Teilnehmerin haben viel dazu beigetragen, dass ich Spaß mit diesem Buch hatte.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Patrick Rothfuss - The Name of the Wind

deutscher Titel: Der Name des Windes


Lange nachdem jeder andere dieses Buch gelesen hat, habe ich mich auch endlich daran gewagt. Abgeschreckt haben mich bisher der Umfang und die Wartezeit, die voraussichtlich bis zur Veröffentlichung des dritten Bandes folgen wird. Doch eigentlich hat es dieses Buch nicht verdient, so lange Zeit ungelesen im Regal zu stehen.

Kote - der Besitzer eines Gasthauses in einem abgelegenen Dorf - wird von einem reisenden Chronisten als Kvothe, Held unzähliger Geschichten erkannt. Sie verhandeln so lange, bis Kvothe zustimmt, seine Geschichte zu erzählen. Diese Erzählung soll drei ganze Tage dauern und nur den ersten dieser Tage dürfen wir in "Der Name des Windes" mitverfolgen. So ist auch klar, dass es hier noch hauptsächlich um Kvothes Jugend und seine Erfahrungen an der Universität geht.

Die Geschichte nimmt sich sehr viel Zeit, sich zu entfalten. Man begleitet Kvothe wirklich von klein auf, lernt seine Eltern kennen, verfolgt seine Entwicklung und erfährt auch viele Details. Wer mit so einer langsamen Erzählweise ohne großen Spannungsbogen nichts anfangen kann, sollte besser die Finger von der Trilogie lassen. Ich fand das Buch zwar sehr spannend und konnte es kaum aus der Hand legen, allerdings lesen sich weite Strecken dieses ersten Teils noch wie eine Einleitung. Viele Episoden aus Kvothes Leben sind zwar durchaus lesenswert, aber es fehlt noch ein weiter Weg zu dem Kvothe, der offensichtlich weltberühmt ist, sich aber lieber in sein kleines Gasthaus zurückzieht.

Sehr angenehm und unterhaltsam fand ich Patrick Rothfuss' Erzählweise. In kurzen Zwischenkapiteln erinnert er den Leser daran, dass man eigentlich gerade in Kotes Gasthaus sitzt und seiner Erzählung aus dessen eigener Perspektive lauscht. Außerdem nimmt der Erzähler sich selbst und einige Fantasy-Klischees nicht so ganz ernst. Mein Favorit ist dabei eine Szene, in der Kvothe an der Universität ist und den sinnlosen Aufgaben eines Professors folgt und sich dabei immer wieder denkt, dass dies wohl eine Prüfung ist, weil er so etwas schon öfter in dieser Art gelesen hat. Doch er irrt sich gewaltig...

Fazit: Den Auftakt der Königsmörder-Trilogie fand ich durchaus gelungen und unterhaltsam. Für mich hatte das Buch einige Längen und kommt nicht so richtig in die Gänge, aber war trotzdem so spannend zu lesen, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Ich freue mich auf Band zwei!

Jahresendspurt - Update 1

Viel hat sich zwar noch nicht getan, aber ich möchte kurz meinen Zwischenstand festhalten. Ich hoffe, dass ich im Weihnachtsurlaub bei meinen Eltern noch einges lesen kann, denn aktuell bin ich in meiner Freizeit fast nur mit dem Stricken von Weihnachtsgeschenken beschäftigt.

1. Cornelia Funke - Tintenblut
2. Rose Tremain - Der weite Weg nach Hause
3. Mario Vargas Llosa - Das böse Mädchen (beendet - 29.11.)
4. William Makepeace Thackeray - Vanity Fair (angefangen, 540/912 Seiten)
5. Martin Walser - Ehen in Philippsburg (SuB-Losverfahren)
6. Herman Melville - Moby Dick (Lesekreis bis 6.1.)
7. Pete McCarthy - McCarthy's Bar (angefangen, 80/374 Seiten)
8. Bernd Perplies - In den Abgrund (Leserunde, angefangen, 320/503 Seiten)
9. Joseph Sheridan Le Fanu - Carmilla (Leserunde ab 16.12.)
10. Joker

Dienstag, 6. Dezember 2011

Der November in Büchern

Ich bin nicht ganz zufrieden mit mir und meinem Lese-November. Zum einen habe ich zu noch keinem Buch eine Rezension geschrieben, zum anderen habe ich nur 6 Bücher gelesen und ganze 3 Neuzugänge zu vermelden.

Gelesen habe ich:
Todd Brown - Das knallrosa Tagebuch
Ein homosexueller Jugendlicher berichtet in Tagebuchform von seiner ersten Liebe und seinen Familienproblemen. Könnte interessant sein, ist aber recht langweilig.

Àlex Rovira & Francesc Miralles - Einsteins Versprechen
Eine spannende Reise auf den Spuren Albert Einsteins. Eigentlich hätte das Buch wirklich gut sein können, wenn die Autoren ihrer Geschichte etwas mehr Zeit gelassen hätten und am Ende nicht völlig in die Esoterik-Ecke abschweifen würden.

Rachel Cohn & David Levithan - Dash & Lily's Book of Dares
Ein wirklich schönes Buch für die Weihnachtszeit und genau so gelungen wie Nick & Norah. Aber auch hier gab es mir ein bisschen zu viel Hin und Her am Ende.

Neil Gaiman - The Graveyard Book
Ein ganz nettes Jugendbuch, ich hätte aber eine durchgehende Geschichte erwartet und nicht mehrere einzelne Episoden. Von Neil Gaiman habe ich schon besseres gelesen.


Patrick Rothfuss - The Name of the Wind
Ein wirklich gelungener Auftakt. Das Buch hat mich gefesselt und gut unterhalten, manche Passagen hätten für mich aber kürzer sein dürfen, auch wenn ich Kvothes Geschichte wirklich gern verfolgt habe.

Mario Vargas Llosa - Das böse Mädchen
Hm, so richtig gut gefallen hat mir dieses Buch nicht. Nach dem zweiten Kapitel erkennt man das Schema, nach dem alles abläuft und dann hätte man sich ein oder zwei Kapitel auch gut sparen können. Das böse Mädchen ist wirklich eine der nervigsten Romafiguren, die mir bisher untergekommen ist.

Meine Neuzugänge im November:
Dash & Lily's Book of Dares ist gar nicht auf den SuB gewandert, sondern wurde gleich gelesen. Außerdem kam noch der dritte Teil der Magierdämmerung von Bernd Perplies bei mir an. In den Abgrund lese ich gerade in einer Leserunde mit dem Autor auf leserunden.de und hoffe auf einen gelungenen Abschluss. Ein Tauschbuch von bookmooch.com fand dann auch noch den Weg in meinen Briefkasten: Mini Shopaholic von Sophie Kinsella. Nach dem letzten Teil der Shopaholic-Reihe wollte ich zwar eigentlich nicht mehr weiterlesen, aber bin doch wieder schwach geworden.

Montag, 5. Dezember 2011

Paul Auster - Im Land der letzten Dinge


Paul Auster hat es schon wieder geschafft, mich schwer zu beeindrucken. Schon seine New York Trilogie hat mich fasziniert und lange Zeit beschäftigt und mit diesem Buch ging es mir genau so.

Anna Blume macht sich auf den Weg in eine nicht näher bezeichnete Stadt, um ihren Bruder zu suchen. Der Journalist ist dort verschwunden und auch Anna wird von einer Reise dringend abgeraten. Als sie dort ankommt, merkt sie auch bald, warum. Die Stadt verfällt langsam, die Bewohner versuchen sich umzubringen oder versuchen, sich durch Plündern oder Fäkaliensammeln am Leben zu erhalten. Das Leben dort ist hart, die Gesetze sind streng und Menschen sehen sich nur noch als Konkurrenten. Auch gibt es scheinbar kein Entkommen aus der Stadt, wenn man einmal dort ist.

Die Protagonistin, die in Briefen an einen Jugendfreund von ihren Erlebnissen erzählt, fügt sich schnell in diese grausame Welt ein, passt sich an um zu überleben. Auf ihren oft ziellosen Wanderungen trifft Anna erstaunlicherweise zwar immer wieder auch auf freundliche Menschen, sie können ihr aber auch nicht dauerhaft beistehen oder ihr wirklich weiterhelfen.

Es dürfte klar sein, dass dieses Buch sehr negativ und deprimierend ist. Paul Auster gelingt es, diese fremde Welt, die unserer eigenen sehr ähnlich und doch ganz anders ist, eindringlich zu beschreiben und beim Leser Abscheu und Entsetzen auszulösen. "Im Land der letzten Dinge" ist ein sehr düsteres Buch, das trotz seines geringen Umfangs einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat!