Sonntag, 7. September 2008

Jakob Hein - Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht

Inhalt

Boris betreibt eine Agentur für verworfene Ideen, doch bisher hatte er noch keinen Kunden. Umso erstaunter und erfreuter ist er, als Rebecca in sein Büro kommt, die nicht nur interessante Dinge erzählt, sondern auch hübsch ist. Gerade als das Gespräch zwischen den beiden langweilig zu werden droht, fängt Boris an, Rebecca von seinem Romananfang zu erzählen. Man landet in einer neuen Geschichte, in der es um Sophie geht, einer jungen Frau, die für einen alten blinden Mann seinen Roman tippt. Und schon ist man mitten in diesem Roman und liest die Geschichte von Heiner, der beinahe den Sinn des Lebens gefunden hätte.

Meine Meinung

Ich bin von diesem Buch restlos begeistert. Immer wieder öffnet sich eine neue Geschichte in der "alten" und auch sonst gibt es viel in dem Buch zu entdecken. Viel Weisheit, interessante Denkansätze, allerdings auch verrückte Ideen und absurdes menschliches Verhalten.

Es sind viele verschiedene Ansätze enthalten, einerseits die "klassische" Liebesgeschichte zwischen zwei Personen, die sich zufällig treffen, die eher tragische Geschichte der jungen Sophie und der philosophisch angehauchte Mittelpunkt, in dem wir die oft erzählte Geschichte von Mephisto und Faust in einer ganz neuen Variante lesen.

Man könnte also sagen, es ist für jeden etwas dabei, aber in diesem Fall passt es besser zu sagen: Die Mischung macht's. Die einzelnen Komponenten der Geschichte fügen sich wunderbar zusammen. Die Übergänge sind nahtlos und man merkt kaum, dass man von einer Geschichte in die nächste gleitet.
Auch Jakob Heins Sprache ist mühelos zu lesen. Man muss sich nicht mit Fremdwörtern oder kompliziertem Satzbau herumschlagen, man kann das Buch einfach von vorne bis hinten genießen ohne Verständnisprobleme zu haben.

Und trotzdem hat man nach der Lektüre dieses wundervollen Buches viel nachzudenken. Über denn Sinn des Lebens, den man vielleicht immer nur beinahe finden kann, über menschliches Verhalten, das man oft aus einem anderen Blickwinkel betrachten muss um zu sehen, wie absurd es ist und darüber, wann man Zeit hat, das Buch ein zweites mal zu lesen um immer wieder neue Aspekte zu entdecken.

Dieses Buch ist, was man selbst daraus macht, entweder nur die leichte Sommerlektüre für Zwischendurch, oder ein philosophisches Werk, über das man noch lange nachdenken kann.

5 Sterne

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