Dienstag, 31. März 2009

Clemens Lindner - Weißer Mohn

Sebastian Hauser ist ein außergewöhnlicher Mensch, ein verkannter Schriftsteller, der ein Verhältnis mit seiner eigenen Schwester hatte und als Außenseiter und Einzelgänger lebt. Er sieht darin eine geheimnisvolle Verknüpfung zwischen seinem Leben und dem Leben Georg Trakls, den er von da an verehrt.

Ich fand die Idee, Parallelen zwischen einem fiktiven Menschen und dem Dichter Georg Trakl zu ziehen, durchaus gelungen, vor allem, da mir die Gedichte Trakls sehr gut gefallen. Über dessen Privatleben wusste ich bisher allerdings noch nichts.

Die Erzählweise hat mir dann allerdings die Freude an diesem Buch verdorben. In sehr kurzen und schlichten Sätzen wird die Geschichte Hausers erzählt. Knappheit ist grundsätzlich kein Problem, doch oft werden wichtige Ereignisse in nur einem Satz abgehandelt, wodurch die Charaktere blass und eindimensional für mich blieben.

Was am Anfang noch wie eine geradlinige Erzählung anmutete, wurde im Laufe des Buches immer verworrener und zusammenhangloser. Manche Kapitel haben für mich überhaupt keinen Sinn ergeben, muteten an wie verrückte Gedanken Hausers, die mit der weiteren Handlung nichts zu tun haben. Personen und Handlungsstränge werden eingeführt, die absolut keinen Zusammenhang mit der eigentlichen Geschichte zu haben scheinen und die auch am Ende nur locker damit verknüpft werden.

Sexualität spielt in diesem Roman auch eine gewisse Rolle, womit ich prinzipiell auch kein Problem habe, doch fand ich manche Aussagen etwas zu derb und direkt. Sätze wie „Halts Maul und schlag mich heftiger, bis es mir kommt!“ oder „Morgen steckst du ihn mir rein.“ möchte ich eigentlich nicht lesen und haben für mich in einem solchen Werk auch nichts zu suchen.

Für mich war das Buch ein sehr verworrenes Werk ohne Kernaussage, das einfach dahinplätschert und irgendwann zum Glück auch zu Ende ist, ohne einen richtigen Abschluss zu finden.

2 Sterne

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