Mittwoch, 9. September 2009

Jodi Picoult - Das Herz ihrer Tochter

Ich konnte dieses Buch beim besten Willen nicht zu Ende lesen und habe nach 100 Seiten entnervt aufgegeben.

Eine Frau, die ihren ersten Mann verloren hat, sich dann neu verliebt, den zweiten Mann und die erste Tochter durch einen Mord verliert und dann noch eine zweite Tochter mit Herzfehler hat, könnte ich als Figur gerade noch akzeptieren. Mir scheinen das zwar zu viele Schicksalsschläge auf einmal zu sein, doch solche Zufälle kann es ja gerade noch geben.

Dass dann auch noch der Mörder ihres zweiten Mannes und ihrer Tochter im Gefängnis übersinnliche Fähigkeiten entwickelt, ein totes Rotkehlchen wieder zum Leben erweckt (erinnert auch stark an "The Green Mile") und durch die wunderbare Kaugummi-Vermehrung auch noch alle weiteren Gefängnis-Insassen von ihren Leiden heilt, war mir dann schon zu viel des Guten.

Dass einer der Gefängnis-Insassen schwul ist und dann auch noch AIDS hat, fand ich schon fast diskriminierend und wirklich zu viel des Klischees. Aber keine Sorge, der Mann wird ja durch einen Kaugummi von der Krankheit geheilt!

Dann tauchten in den wenigen Seiten noch ein Priester auf, der total cool ist, aber trotzdem total gläubig. Und eine dicke Anwältin (und sie wiegt knapp 70kg!!! ), die zwar keinen Mann hat, dafür aber ein fürsorgliches Kaninchen, das sich auf die Anzeige der Waage setzt, wenn sie sich wiegen möchte um ihr den Schock zu ersparen. Natürlich hat sie eine total schlanke Mutter, die sie immer wegen ihres Gewichts kritisiert.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass ein paar interessante Themen behandelt werden würden. Die Problematik der Todesstrafe wurde in dem Teil, den ich gelesen habe aber nur sehr oberflächlich behandelt und auch die Thematik der Organspende wurde nur gestreift. Stattdessen gibt es viel unnötige Gefühlsduselei, es wird kräftig auf die Tränendrüse gedrückt und total unglaubwürdige und an den Haaren herbeigezogene Episoden folgen aufeinander.

Ich hatte das Gefühl, die Autorin möchte den Leser gern zur Religion bekehren oder eine andere Art der Gläubigkeit predigen, nicht umsonst macht sie den zum Tode verurteilten Mörder zu einer Art Messias.

Mir war das ganze Buch jedenfalls zu unglaubhaft und ich hatte kein Interesse daran, wie es weitergeht und möchte meine wertvolle Lesezeit nicht damit verschwenden.

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