Samstag, 13. Februar 2010

Lara Cardella - Ich wollte Hosen

Inhalt
Annetta wächst in den 70er Jahren auf Sizilien auf. Ihr größter Wunsch ist es, Hosen tragen zu dürfen, das ist ihr sogar wichtiger, als ihren Traummann zu finden. Das ist auch kein Wunder, denn von den Männern erfährt sie nur Verachtung und Unterdrückung, ihr Vater und ihr Bruder nehmen Frauen nicht als Personen wahr, sondern halten sie für Untergeordnet. Häusliche Gewalt ist an der Tagesordnung. Annetta versucht, diesem Leben zu entfliehen...

Meine Meinung
Vorweg muss ich sagen, dass ich das Buch auf Italienisch gelesen habe und deshalb vielleicht nicht alles zu 100% verstanden habe.
Vor allem am Anfang fand ich das Buch sehr witzig und gar nicht so, wie ich es erwartet hätte. Annettas Versuche und Herangehensweisen, um endlich Hosen tragen zu dürfen, sind sehr absurd und waren amüsant zu lesen.
Im Laufe des Buches bleibt einem das Lachen aber im Halse stecken. Man erfährt eine überraschende Tatsache aus Annettas Vergangenheit, die ihr Verhalten allerdings gut erklärt.
Egal was Annetta erzählt, ihr Ton ist eher gleichgültig und auch ihr Verhalten bleibt die meiste Zeit sehr passiv. Das kann man als "moderne Frau" nicht ganz verstehen, auch wenn ihr Hintergrund und ihr Umfeld ganz anders sind, als unseres heute. Am Anfang hatte ich noch mehr das Gefühl, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nimmt, doch gegen Ende wird sie immer passiver.
Das Buch ist sehr aufwühlend und gibt ganz andere Einblicke in das Italien der 70er Jahre als zumindest ich sie erwartet hätte. Teilweise war Annettas Geschichte sehr bedrückend zu lesen und auch das Ende hat mich nicht gerade begeistert.
Allgemein hat das Buch mich aber ganz gut unterhalten und es war durchaus interessant. Und da ich stolz auf mich bin, das erste richtige Buch auf Italienisch gelesen zu haben, will ich mit der Bewertung mal etwas großzügiger sein: 3,5 Sterne

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