Freitag, 19. März 2010

Joseph O'Connor - Yeats ist tot!

15 Autoren schreiben zusammen einen Roman - schon allein wegen dieser außergewöhnlichen Idee wollte ich das Buch unbedingt lesen. Am Anfang fand ich es etwas anstrengend, ich hatte das Gefühl, dass jeder Autor unbedingt seinen eigenen Protagonisten haben wollte, jeder führt munter neue Personen und Handlungsstränge ein, bis man gar nicht mehr weiß, wer jetzt überhaupt wer ist und was die alle miteinander zu tun haben.

Nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten habe ich das Buch dann aber fast an einem Stück durchgelesen und das würde ich auch jeden Empfehlen, da man sonst zu viele Zusammenhänge vergisst und man das Buch nicht mehr als das genießen kann, was es ist - eine unheimlich skurrile, witzige Geschichte über Irland und die Iren.

Dass es auch eine Krimihandlung gibt, war für mich eher nebensächlich, zum Glück weiß man ja die ganze Zeit, wer wen umgebracht hat und aus welchen Gründen, so war das Buch für mich auch weniger ein Krimi, als eine sehr unterhaltsame, humorvolle Lektüre.

Gegen Ende sind mir die unterschiedlichen Schreibstile der verschiedenen Autoren auch gar nicht mehr aufgefallen, was auf jeden Fall für das Buch spricht. Es war dann irgendwann einfach zu spannend um noch groß auf andere Dinge zu achten. Auch mit dem Schluss von Frank McCourt war ich eigentlich zufrieden, er hatte ja wirklich die schwierigste Aufgabe und hat die ganzen Handlungsstränge noch zu einem akzeptablen Ende geführt, das keine Fragen offen lässt.
4 Sterne

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