Mittwoch, 23. Juni 2010

Mohammed Hanif - Eine Kiste explodierender Mangos

Ein Flugzeug, in dem alle wichtigen Persönlichkeiten Pakistans sitzen, stürzt ab. Ali Shigri ist dafür verantwortlich und erzählt die Geschichte, wie es dazu kam.

Ali Shigris Erzählstrang fand ich fast durchweg amüsant und interessant zu lesen. Er erzählt von seinem Vater, seiner bisherigen Laufbahn in der Armee, aber auch von den Ereignissen, die dem Verschwinden seines Zimmergenossen Obaid folgen. Seine Geschichte erzählt er selbst und dies tut er in einem durchwegs ironischen Tonfall. So hat man - obwohl die Geschichte alles andere als lustig ist - doch immer wieder was zu lachen.

Den zweiten Erzählstrang um General Akhtar, den Diktator Zia und andere Personen, die noch irgendwie an der Geschichte und dem Flugzeugabsturz beteiligt sind, habe ich hingegen eher ungern gelesen. Ich hatte nicht erwartet, dass das Militär so sehr im Mittelpunkt der Geschichte stehen würden. Es hat mich unendlich gelangweilt, dem Tagesablauf eines paranoiden, fanatischen Diktators beizuwohnen und die Intrigen und Machtspielchen um ihn herum bis ins kleinste Detail zu verfolgen.

Auch die Erzählstruktur hat es mir nicht unbedingt leicht gemacht. Aldawen hat ja schon die vielen Zeitsprünge erwähnt, Ali Shigri springt wie wild in der Zeit herum mit seiner Erzählung und dazwischen muss man auch noch die Geschichten der anderen Personen einordnen. Dies ist vielleicht möglich, wenn man das Buch über einen kurzen Zeitraum liest. Wenn allerdings größere Abstände entstehen, bis man das Buch wieder zur Hand nimmt, tut man sich zunehmend schwer, alles in einen Zusammenhang zu bringen.

Gut gefallen hat mir hingegen das Ende. Dass das Flugzeug abstürzen wird, weiß man schon von der ersten Seite weg, aber es ist am Ende trotzdem faszinierend und interessant, wie die Erzählstränge sich ergänzen und sich alles irgendwie zusammenfügt.

Das Buch an sich ist nicht schlecht, ich hatte nur etwas andere Erwartungen und konnte mich teilweise nicht so auf das Buch konzentrieren, wie ich es gerne gewollt hätte bzw. wie vielleicht nötig gewesen wäre. Deshalb von mir nur 3 Sterne

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