Dienstag, 14. Oktober 2008

Judith Lennox - Das Haus in den Wolken

Judith Lennox beschreibt das Leben der Familie Finborough über den Zeitraum von mehreren Jahrzehnten, dabei stehen zuerst Richard und Isabel im Mittelpunkt, sehr schnell übernehmen aber ihre drei Kinder und ihre Pflegetochter die Handlung und man erfährt von ihren Freunden, Beziehungen und Problemen.

„Das Haus in den Wolken“ ist ein netter Familienroman, mit dem man ein paar schöne Stunden verbringen kann. Judith Lennox beherrscht ihr Handwerk und weiß mit Worten umzugehen. Dank ihrer detailgetreuen Beschreibungen hat man das Gefühl, selbst dabei zu sein, man kann sich die Landschaften und Menschen sehr gut vorstellen. Auch die Gefühle der Personen werden sehr gut und nachvollziehbar geschildert.

Leider ging es mir an vielen Stellen etwas zu schnell. Denkt man am Anfang noch, dass es in dem Buch hauptsächlich um Richard Finborough und seine Liebe zur mittellosen Isabel Zeale geht, kann man gar nicht glauben, dass sie innerhalb der ersten Kapitel schon verheiratet sind und Kinder haben. Es gibt viele große Zeitsprünge, dafür werden manche Ereignisse wieder sehr genau und ausführlich beschrieben. Das hat mich etwas gestört, mir wäre es lieber gewesen, der Roman würde nur einen kürzeren Zeitraum umfassen und man hätte dafür die Gelegenheit die Personen wirklich kennenzulernen.

Ich konnte mich mit den Figuren im Roman nicht richtig anfreunden, da sie mir irgendwie fremd geblieben sind. Etwas weniger Hauptpersonen hätten der Handlung in diesem Fall vielleicht gut getan. Viele Dinge waren vorhersehbar und nicht weiter überraschend, andere Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar, da teilweise die charakterliche Entwicklung der Figuren zu kurz kam.

Der letzte Teil des Romans spielt während dem zweiten Weltkrieg und in diesem Teil hat der Krieg leider zu sehr die Hauptrolle übernommen. Natürlich war der Krieg in dieser Zeit lebensbestimmend und -verändernd für die Menschen, aber Nachhilfestunden in Geschichte haben meiner Meinung nach in einem Familienroman nichts verloren.

Das Buch ist ein schöner Schmöker für Herbststunden, es bietet gute Unterhaltung, wenn man diese Art von Büchern mag, andererseits muss man es auch nicht gelesen haben.

3 Sterne

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