Donnerstag, 9. April 2009

Henry James - The Portrait of a Lady

Die junge Amerikanerin Isabel Archer kommt nach dem Tod ihres Vaters mit ihrer Tante nach Europa. Ihre Art ist für die Europäer ungewohnt und erfrischend, dadurch findet sie schnell Freunde und Verehrer. Lange streubt sie sich gegen jegliche Art von Verpflichtungen und vor allem gegen die Ehe, bis sie schließlich doch einwilligt...

Ich habe das Buch drei mal begonnen und es nun beim dritten Anlauf dank der Leserunde auch beendet. Henry James' Stil ist schon gewöhnungsbedürftig, Häuser, Landschaften, Personen und Charaktereigenschaften werden bis ins kleinste Detail beschrieben, der Fokus des Buches liegt sehr stark auf dem inneren Geschehen und nicht auf äußeren Handlungen. Da kommt es schon mal vor, dass Beschreibungen über mehrere Seiten gehen und es kommt einfach kein Absatz. Das ist teilweise sehr mühsam zu lesen.

Natürlich kommt es auch immer auf die momentane Lesestimmung an, die sich bei mir beim Lesen des Buches auch mehrmals änderte. Manchmal hat es mir gefallen, einen so genauen Einblick in die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts zu bekommen, denn man kann sich nach der Lektüre wirklich ein gutes Bild der damaligen Verhältnisse machen. Andererseits haben mich die langatmigen Beschreibungen teilweise ermüdet und ich habe nach einer Pause sehr schwer wieder in das Buch hineingefunden. Manchmal hätte ich mir mehr Handlung und weniger Gedanken und Beschreibungen gewünscht, obwohl das Kapitel 42, in denen Isabels Gedanken und Gefühle zu ihrer Ehe sehr detailiert beschrieben werden und man zum ersten Mal von ihr selbst erfährt, wie es ihr geht, für mich der Höhepunkt des Buches war.

Ein Kritikpunkt ist für mich auch, dass trotz der genauen Beschreibungen die charakterliche Entwicklung Isabels nicht nachvollziehbar war. Irgendwann in der Mitte des Buches verändert sie sich von einem Extrem in das andere, ohne dass mir wirklich klar geworden wären, wo die Gründe dafür liegen.

3 Sterne

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