Montag, 23. August 2010

David Levithan - Das Wörterbuch der Liebenden

Ein Wörterbuch und eine Liebesgeschichte, gegensätzlicher geht es eigentlich gar nicht. Doch David Levithan hat es geschafft, aus diesen beiden Elementen eine Einheit zu erschaffen.

Alphabethisch aufgelistet sind Wörter und zu jedem dieser Wörter wird eine kurze Episode aus einer Beziehung erzählt. Diese Episoden decken den gesamten Bereich des emotionalen Spektrums ab, alle möglichen Aspekte einer Beziehung kommen zur Sprache.

Am Anfang kann man mit den einzelnen Bruchstücken recht wenig anfangen, aber nach und nach setzt sich ein komplettes Bild zusammen. Da man die Beziehung nicht chronologisch, sondern alphabethisch verfolgt, muss man als Leser selbst ein bisschen ordnen und kombinieren, dies fällt aber nicht schwer und macht das Buch auch nicht unnötig kompliziert.

Sehr schön fand ich, dass die Beziehungspartner trotz sehr persönlicher Geschichten und Hintergründe auch irgendwie anonym bleiben, so dass jeder sich in einem gewissen Maße darin erkennen kann. Viele Gedanken und Gefühle sind eher allgemein gehalten, so dass sich jeder, der schon eine Beziehung hatte, darin wiederfinden kann. Viele liebevolle Kleinigkeiten geben den Figuren aber trotz aller Anonymität Leben und Charakter.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, hätte mich aber gefreut, wenn es mindestens doppelt so dick gewesen wäre und die einzelnen Episoden noch ausführlicher erzählt worden wären. Von mir gibt es 4 Sterne.

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