Freitag, 16. September 2011

Ralf Isau - Das Lied der Befreiung Neschans


Achtung: Dies ist der 3. Teil einer Trilogie, wer die ersten Teile noch nicht kennt, könnte gespoilert werden. Hier habe ich etwas zum ersten Teil, Die Träume des Jonathan Jabbok, geschrieben.

Nachdem Jonathan nach vielen Abenteuern und vielen überwundenen Hindernissen den Stab Haschevet in den Garten der Weisheit gebracht hat, ist seine Reise noch lange nicht zu Ende. Er hat erfahren, dass er der siebte Richter Neschans ist und die Welt nun von allem Bösen befreien muss. So macht er sich einmal mehr mit seinen treuen Freunden auf den Weg, den bösen Herrscher Bar-Hazzat ein für alle Mal zu besiegen.

Dabei hat Ralf Isau ein geschicktes Mittel gefunden, alle Orte und Gestalten, die in der Trilogie bisher aufgetaucht sind, nochmal auftreten zu lassen. Jonathan muss nämlich 6 "Augen" Bar-Hazzats zerstören, die über ganz Neschan verstreut sind. Und so trifft man alte Bekannte wieder - Freunde wie Feinde, aber lernt auch neue Gegenden Neschans und neue Figuren kennen.

Ralf Isau ist es gelungen, die Spannung über 3 Teile und insgesamt fast 1500 Seiten aufrecht zu erhalten, auch wenn die meisten Probleme recht schnell und einfach gelöst werden können. Auch das Ende wird recht schnell abgehandelt, was nach diesem Umfang ruhig ausführlicher hätte erzählt werden können.

Insgesamt ist die Neschan-Trilogie im Vergleich zu anderen Jugendbüchern, die ich gelesen habe, recht harmlos. Es gibt keine unnötige Gewalt oder Brutalität, schlimme Szenen werden nicht übermäßig grausam beschrieben. Auch die Liebe wird nur kurz angeschnitten und nicht in fragwürdigen Szenen breitgetreten. Die Figuren sind eher eindimensional und auch die Handlung sehr geradlinig, so würde ich die Trilogie hauptsächlich jüngeren Lesern empfehlen. Für Erwachsene fehlt manchmal ein bisschen Tiefgang und Komplexität.

Ein wenig hat mich auch gestört, dass das Buch so religiös geprägt ist. Sehr leicht kann man erkennen, dass Neschans Gott Yewoh unseren christlichen Gott zum Vorbild hat und auch in vielen anderen Punkten spielt Ralf Isau auf das Christentum an. Auch lösen sich viele Probleme Jonathans dadurch, dass er auf seinen Gott und dessen Hilfe vertraut. Für mich stellt sich da die Frage, ob damit ein jugendlicher Leser etwas anfangen kann, der möglicherweise in einem anderen Glauben - oder ganz ohne Glauben, erzogen wurde.

Insgesamt würde ich die Neschan-Trilogie eingeschränkt weiterempfehlen. Als Jugendlicher kann man die Bücher sicher gut lesen, auch wenn man noch nicht mehrere hundert Seiten am Stück lesen mag. Die Kapitel sind nicht übermäßig lang und da sich die meisten Probleme recht schnell lösen lassen, muss man auch nicht viele verschiedene Handlungsstränge im Kopf behalten. Dem erwachsenen Leser würde ich allerdings zu etwas komplexeren Jugendbüchern raten, da man hier doch recht schnell alles durchschaut.

Insgesamt gibt es von mir , da mich das Buch teilweise gut unterhalten hat. Außerdem kann auch niemand außer mir etwas dafür, dass ich die Trilogie nicht mit 13 gelesen habe, als sie unter dem Weihnachtsbaum lag, sondern erst viele Jahre später.

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