Sonntag, 2. November 2008

Pierre Choderlos de Laclos - Gefährliche Liebschaften

Ich habe das Buch jetzt auch endlich gelesen, lange stand es auf meiner Wunschliste, lange hatte ich es auf meinem SUB und am Ende bin ich etwas enttäuscht davon.

Quälend langsam und fast unmerklich schreitet die Handlung voran, vor allem die Briefe zwischen Valmont und Frau von Tourvel drehen sich unendlich lange im Kreis ohne dass man als durchschnittlich aufmerksamer Leser irgendeine Veränderung erkennen kann. Ich habe sehr lange gebraucht, bis ich mich in das Buch eingelesen hatte, obwohl ich vorher den Film gesehen hatte und mir die Handlung schon grundlegend bekannt war. Ab der Hälfte hatte ich das Gefühl, dass langsam Spannung aufkommt und das Buch mich etwas mitreißt, doch leider ist das alles sehr schnell wieder abgeflaut.

Ein Buch über Menschen, die nichts zu tun haben und deren einzige Freude am Leben es zu sein scheint, Intrigen zu spinnen und andere Menschen möglichst dauerhaft zu vernichten, das ist nun wirklich nichts, mit dem ich nochmal meine Zeit vergeuden würde.

Sprachlich dagegen ist das Buch wirklich genial, Briefromane an sich gefallen mir ja meistens nicht so gut, aber hier hat jeder Briefeschreiber seinen ganz eigenen, wiedererkennbaren Stil, sei es die naive Cécile, die schreibt was ihr gerade durch den Kopf geht, oder die durchtriebene Marquise von Merteuil, bei der man oft zwischen den Zeilen lesen muss, um herauszufinden, was sie wirklich sagen will.

Faszinierend ist auch, wie die Beziehungen zwischen den einzelnen Menschen und die unterschiedlichsten Pläne und Ziele doch am Ende zu dem einen Punkt am Ende zusammenlaufen, an dem die endgültige Zerstörung aller steht.

3 Sterne

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