Mittwoch, 12. November 2008

Sándor Márai - Die Nacht vor der Scheidung

Dieses Buch hat einen meiner Meinung nach falschen Klappentext, was mir den Spaß an der Lektüre durch falsche Erwartungen etwas kaputt gemacht hat.

Klappentext
Es ist die Nacht vor der Scheidung, in der der angesehene Budapester Arzt Imre Greiner seinen Freund aus Jugendzeiten, den Richter Kömüves, um ein dringendes Gespräch bittet. Nur von ihm glaubt er Antwort auf eine entscheidende Frage zu erhalten. Obsession un dexistentielle Einsamkeit, emotionale Nähe und der Zerfall einer Lebensordnung - unter der Vorahnung des Zweiten Weltkriegs verbinden sich die Schicksale dreier Menschen auf tragische Weise.

Ich erwartete also ein emotionales Gespräch zwischen zwei Freunden, die ein noch unbekanntes dramatisches Geschehen besprechen wollen. Allerdings muss man sich mehr als die Hälfte des Buches durch die Lebensgeschichte des Richters wühlen, bis Imre Greiner erst einmal auftaucht. Diese Lebensgeschichte ist sicher nicht schlecht erzählt, sie hat mich allerdings an manchen Stellen leicht gelangweilt.

Als das Gespräch zwischen den beiden, für die die Bezeichnung "Freund" wohl mehr als übertrieben ist, endlich stattfindet, wurde es zwar etwas interessanter, allerdings waren mir diese Gedanken und Probleme des Arztes derart fremd und nicht nachvollziehbar, so dass ich das Buch wieder nicht uneingeschränkt genießen konnte.

Stil und Sprache haben mir hingegen sehr gut gefallen, das Buch lässt sich leicht lesen, aber trotzdem ist die Sprache schön und poetisch. Vielleicht werde ich bei Gelegenheit ein anderes Buch von Sándor Márai lesen, auch wenn mich dieses nicht vollkommen überzeugt hat.

3 Sterne

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