Sonntag, 2. November 2008

Tschingis Aitmatow - Aug in Auge

Inhalt
Als der Militärzug mitten in der Nacht bei der kleinen kirgisischen Bahnstation anhält, löst sich ein Schatten von einem Waggon. Ismail ist als Deserteur heimlich von der Front zurückgekehrt. Sejde will zu ihm halten. Welche Frau hat in diesen Tagen schon das Glück, ihren Mann bei sich zu haben! Sie versteckt ihn un dbietet dem ganzen Dorf und den Polizeikommissaren die Stirn. Im tiefsten Winter schleppt sie Nahrung in die Berge, wo sie selbst und das ganze Dorf doch Hunger leiden. Aber Furcht, Existenznot und Mißtrauen verändern den Menschen. Etwas Ungutes taucht in den Tiefen von Ismails Augen auf.

Meine Meinung
Nach dem Klappentext hatte ich eine Geschichte über den Krieg erwartet und Ismail im Mittelpunkt des Geschehens, doch so ist es nicht. "Aug in Auge" erzählt vielmehr die Geschichte von starken Frauen, die in diesem harten Winter versuchen zu überleben. Sejde ist nicht die einzige, die es schwer hat, sie muss sich um ihre Schwiegermutter und ihr Kind kümmern und auch noch Ismails Geheimnis für sich behalten und Essen für ihn besorgen. Doch auch die Nachbarin Totoi hat schwer zu kämpfen, ihr Mann ist im Krieg gefallen und sie muss sich um drei hungrige Kinder kümmern. Doch diese Frauen leben trotz all der widrigen Umstände für ihre Familien, opfern sich auf.

Die Sprache ist einfach, klar verständlich und doch stimmungsvoll, Sejdes und Ismails Geschichte wird ruhig erzählt, ohne dramatische Ereignisse und unnötige Übertreibungen. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und es hat mir sehr gut gefallen, auch wenn mich das Ende etwas unbefriedigt zurücklässt.

Es war interessant, in diese fremde Welt und diese fremde Zeit einzutauchen, von einem Land zu lesen, über das ich bisher kaum etwas wusste. Das Buch hat mir Lust gemacht, noch mehr von Tschingis Aitmatow zu lesen!

4 Sterne

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