Freitag, 14. November 2008

Ulf Danielsson - Physik für Poeten

Klappentext
Haben Sie gewusst, dass man durch die Spiegelwelten in Lewis Carrol's Alice im Wunderland einen guten Einblick in quantenmechanische Theorien bekommt? Dass man eine sehr verständliche Erklärung für das physikalische Phänomen der schwarzen Löcher erhält, wenn man C.S.Lewis und seine Bücher über das Land Narnia liest? Oder dass Marcel Proust in Auf der Suche nach der verlorenen Zeit Aufschluss gibt über die Aufhebung von Zeit und Raum? Mit literarischen und anderen spielerischen Erklärungen von physikalischen Phänomenen und Theorien lässt uns Physik für Poeten die Welt neu begreifen.

Meine Meinung
Das ist leider wieder mal so ein Fall, wo der Klappentext falsche Erwartungen weckt. Ich habe von dem Buch erwartet, dass es zwei meiner Interessen in Verbindung bringt, Literatur und Physik. Dies ist hier allerdings nicht der Fall, literarische Werke werden nur selten erwähnt, meistens dienen kurze Zitate oder Inhaltszusammenfassungen auch nur als Einleitung oder Hinführung zu einem physikalischen Problem und stehen oft in keinem direkten Zusammenhang. Trotzdem habe ich hiermit ein sehr interessantes Buch über Physik gelesen, dass ich auch allen empfehlen kann, die Physik in der Schule doof und langweilig fanden.

Das Buch bietet einen sehr guten Überblick über die Physik, angefangen von der Antike bis zur heutigen Zeit wird die Veränderung unseres Weltbildes beleuchtet und wie sich die Physik in dieser Zeit entwickelt hat, allerdings ohne auf eine chronologische Abfolge oder Vollständigkeit einen Anspruch zu erheben. Es werden interessante und wissenswerte Themen für den Nicht-Physiker herausgegriffen. Berühmte Forscher werden vorgestellt, auch ihre Irrtümer und falschen Annahmen werden nicht vorenthalten und es gibt auch die ein oder andere witzige Anektdote zu lesen.

Der Autor schreckt nicht davor zurück, auch komplizierte und sehr abstrakte physikalische Konzepte einzuführen und dem Leser näherzubringen. Zum Beispiel die allgemeine Relativitätstheorie, die Krümmung der Raum-Zeit und auch das Phänomen der Schwarzen Löcher wird sehr verständlich erklärt. Das Kapitel über die String-Theorie ist da eine andere Sache, obwohl ich selbst Physik studiere habe ich davon nicht viel verstanden und finde es etwas überflüssig, so etwas in einem populärwissenschaftlichen Buch erklären zu wollen. Allerdings scheint das ja Daniellsons Spezialgebiet zu sein, da ist es schon verständlich, dass er es auch in seinem Buch einbringen wollte.

Allgemein kann ich die Verständlichkeit nicht so gut beurteilen, da ich wie gesagt Physik studiere und die meisten Dinge schon in einer etwas tiefergehenden Form an der Uni gelernt habe. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass Danielsson sich Mühe gibt, alles auch für den Laien verständlich zu machen. Seine Vergleiche und Beispiele sind meistens sehr gut gewählt und bringen ohne komplizierte Formulierungen oder mathematische Formeln Licht ins Dunkel.

Für ein Sachbuch ist "Physik für Poeten" wirklich außerordentlich spannend, die Kapitel sind in kurze Unterkapitel geteilt, die Themen sind vielfältig und interessant gewählt, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Buch vielen Menschen einen ganz anderen Eindruck von Physik vermittelt. Physik kann auch wirklich spannend sein, ehrlich!

Ich ziehe eine Ratte ab für den fehlenden literarischen Bezug, der einem durch den Titel und den Klappentext vorgetäuscht wird, und für das zu komplizierte Kapitel über die String-Theorie. Ansonsten ist das Buch sehr zu empfehlen

4 Sterne

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