Montag, 14. Februar 2011

Karen Duve - Anständig essen: Ein Selbstversuch


Nach Jonathan Safran Foers "Tiere Essen" gibt es nun auch ein Buch aus Deutschland, das sich mit mit diesem Thema auseinandersetzt. Karen Duves Herangehensweise ist allerdings ganz anders. "Tiere Essen" liefert hauptsächlich gut recherchierte Informationen zur Massentierhaltung, Karen Duve plaudert lieber übr ihr eigenes Leben.

In einem Selbstversuch ernährte sie sich jeweils zwei Monate lang nur von Bio-Produkten, dann vegetarisch, vegan und am Ende sogar fruktarisch. An ihren Erlebnissen und Erfahrungen lässt sie den Leser in ihrem Buch teilhaben. Es geht allerdings nicht annähernd nur um ihr Essverhalten. Viel Platz nehmen auch Episoden aus ihrem Privatleben ein, sie erzählt von  ihren Haustieren, ihrer Mitbewohnerin, die den Anstoß zu diesem Experiment gab und auch von ihrer Familie, die meist wenig Verständnis aufbringt.

Das Buch ist durchaus unterhaltsam geschrieben, liest sich über weite Strecken mehr wie ein Roman, liefert aber trotzdem viele interessante Informationen über unser Essen. Viele Menschen machen sich leider keine Gedanken darüber, wo das Schnitzel herkommt, das mittags auf dem Teller liegt. Vielleicht kann Karen Duves Buch da einige Denkanstöße liefern.

Mir waren viele Dinge schon bekannt, die in "Anständig essen" thematisiert werden. Über Massentierhaltung hatte ich mich vorher schon eingehend informiert, interessant fand ich deshalb hauptsächlich die Kapitel über vegane Ernährung. Ein komplettes Kapitel ist zum Beispiel dem Verzehr von Milch gewidmet, die möglicherweise gar nicht so gesund für uns ist, wie man uns gerne einreden möchte. Eigentlich war mir auch klar, dass Kühe nicht freiwillig von ihren Kälbern getrennt werden und uns Milch liefern und auch die Hühner (sogar Bio-Hühner) nicht glücklich auf der Wiese stehen und hin und wieder ein Ei legen. Man muss das aber nochmal in aller Deutlichkeit gesagt bekommen, um seine Gewohnheiten und seine Ernährung vielleicht einmal kritisch zu betrachten und zu überdenken.

Für mich ist "Anständig essen" ein wichtiges Buch, das zwar für Leser, die sich mit dem Thema schon beschäftigt haben, nicht viel Neues liefern kann, vielen anderen aber in einem nicht belehrenden oder moralisierenden Ton die Augen öffnen kann. Mir persönlich war es gerade am Anfang des Buches zu viel Geplauder und zu wenig Information, deshalb gibt es .

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